Private Krankenversicherung für Beamte

Die Beihilfe zur PKV für Beamte

Während Arbeitnehmer grundsätzlich in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig sind, genießen Beamte und Richter einen Anspruch auf Beihilfe ihres Dienstherrn im Krankheitsfall.
Die Beihilfe deckt aber nicht die gesamten Krankheitskosten ab, so dass eine spezielle private Versicherung erforderlich ist, um vollständig abgesichert zu sein.

Beihilfe-Tarife für Beamte in der Privaten Krankenversicherung

Was ist die Beihilfe zur PKV für Beamte?

Für Angestellte im öffentlichen Dienst sind die Spielregeln klar:

  • Sie unterliegen der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung,
  • können sich aber bei Überschreiten der jährlich neu ermittelten Jahresarbeitsentgeltgrenze (Versicherungspflichtgrenze, für 2016 voraussichtlich 56.250 €) davon befreien lassen und eine private Krankheitskosten-Vollversicherung abschließen.
  • Bei den Beamten ist die Sache dagegen komplizierter. Sie haben einen Anspruch auf Beihilfe im Krankheitsfall. Dieser Anspruch ist allerdings nicht einheitlich geregelt. Es gibt zwar seit 2009 eine Bundesbeihilfeverordnung mit weiteren Verwaltungsvorschriften, aber diese gilt zwingend nur für Bundesbeamte. Von den Ländern kann sie übernommen werden, es existieren aber auch abweichende Regelungen.

Sind Sie beihilfeberechtigt, schauen Sie am besten in Ihren Dienstvertrag und die zugrunde liegende Rechtsverordnung. Nur dann können Sie sicher wissen, welche Leistungen von Ihrem Dienstherrn bezuschusst werden und wie Sie sich ergänzend privat absichern sollten.

Beteiligung des Dienstherrn nur über die Beihilfe

Die Beihilfe die einzige Form, in der sich Ihr Dienstherr an der Krankenversicherung beteiligt. Einen Zuschuss für die Private Krankenversicherung (PKV Beamte), wie ihn Arbeitnehmer erhalten, gibt es nicht. Die Begründung hierfür ist, dass sich der Staat durch die Beihilfe bereits mit 50 % – dem Regelsatz nach Bundesrecht – an den Krankheitskosten beteiligt. Für Familienangehörige ist die Beihilfe noch höher: Der Ehe- oder Lebenspartner bekommt 70 %, Kinder sogar 80 %. Damit werden die Leistungen der gesetzlichen Familienversicherung nachgebildet. Pensionäre des Bundes erhalten ebenfalls 70 % Beihilfe.

Beihilfe nicht nur bei Krankheit

Während Angestellte im öffentlichen Dienst bis zur Jahresarbeitsentgeltgrenze gesetzlich pflichtversichert sind und Soldaten freie Heilfürsorge durch die truppenärztliche Versorgung genießen, kommt der Staat seiner Fürsorgepflicht gegenüber den Beamten durch die Gewährung einer Beihilfe nach.

Diese Beihilfe gibt es in erster Linie bei Krankheitskosten, aber auch zu weiteren Anlässen wie

  • Geburt,
  • Vorsorgeuntersuchungen,
  • vorbeugenden Schutzimpfungen,
  • Reha-Maßnahmen und
  • im Pflegefall.

Welche Leistungen im Einzelnen beihilfefähig sind, ergibt sich aus der Bundesbeihilfeverordnung oder entsprechenden Regelungen in den Bundesländern. Zwar gilt allgemein der Grundsatz der medizinischen Notwendigkeit, wie er auch für gesetzliche Versicherte im Fünften Sozialgesetzbuch beschrieben ist, aber die Beamtenversorgung geht teilweise darüber hinaus, zum Beispiel bei der Erstattung von Wahlleistungen wie Chefarztbehandlung und Zweibettzimmer im Krankenhaus.

Der Beamte muss seine Rechnungen von Arzt, Apotheke oder Krankenhaus zunächst selbst begleichen und kann sie dann, spätestens innerhalb eines Jahres, zur Erstattung einreichen.

Spezielle Beihilfe-Tarife der Privaten Krankenversicherer

Die private Versicherungswirtschaft greift das komplexe Beihilferecht auf und schafft dazu passende Tarife für eine ergänzende private Vorsorge. Leistungen und Beiträge sind der vorgelagerten Beihilfe angepasst. Da der Versicherer nur 50 % – bei Angehörigen noch weniger – der Krankheitskosten tragen muss, kann der Beitrag entsprechend günstig gestaltet werden. Das Fehlen eines Arbeitgeber-Zuschusses ist dabei leicht zu verschmerzen. Es bleibt sogar finanzieller Spielraum, um attraktive Zusatzleistungen zu versichern, die die Beihilfe selbst nicht bietet. In der Kombination von Beihilfe und privatem Beamtentarif wird damit derselbe Leistungsumfang wie in einer privaten Krankheitskosten-Vollversicherung erreicht, und das zu einem sehr günstigen Preis.

Eigenanteile zuverlässig absichern

Trotz des auf den ersten Blick großzügigen Leistungsumfangs, der an den Versicherungsschutz von Privatpatienten erinnert, ist die Beihilfe allein keine vollwertige Krankenversicherung. In Anlehnung an den Arbeitgeberzuschuss zum Krankenversicherungsbeitrag, den Beamte nicht erhalten, beträgt, wie weiter oben bereits erwähnt, die Beihilfe für

  • aktive Beamte nur 50 % der erstattungsfähigen Kosten.
  • Pensionäre erhalten 70 %,
  • beihilfeberechtigte Partner ebenfalls 70 % und
  • Kinder sogar 80 % Zuschuss vom Staat.

Diese Zahlen machen deutlich, dass der Beamte gut beraten ist, die nach der Beihilfe bei ihm verbleibenden Kostenanteile anderweitig abzusichern. Wer bei einer schweren Erkrankung und einer langwierigen Krankenhausbehandlung die Hälfte der Kosten selbst tragen muss, wird seine finanziellen Polster schnell aufbrauchen und in große finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Eine Versicherung des nicht von der Beihilfe erfassten Anteils in der gesetzlichen Krankenversicherung ist den meisten Beamten nicht möglich. Das geht nur, wenn entsprechende Vorversicherungszeiten angerechnet werden können. Die private Versicherungswirtschaft springt deshalb in die Bresche und bietet Beamten speziell auf die Beihilfe zugeschnittene Tarife an. Bei der Preisgestaltung wird berücksichtigt, dass der Krankenversicherer jeweils nur die Hälfte der Kosten übernimmt, bei Pensionären und mitversicherten Angehörigen sogar noch weniger.

Damit erhalten Beamte den wichtigen ergänzenden Schutz zu einem günstigen Preis, der es ihnen ermöglicht, auch weitere Leistungen zu versichern, die von der Beihilfe nicht erfasst sind, zum Beispiel Zahnersatz in Glaskeramik-Ausführung.

Fazit

Während Angestellte im öffentlichen Dienst nur bei Überschreiten der Versicherungspflichtgrenze in eine Private Krankenversicherung wechseln können, steht jedem Beamten ein Beihilfe-Tarif der privaten Versicherungswirtschaft offen. Erst Beihilfe und Private Krankenversicherung zusammen ergeben einen vollständigen Versicherungsschutz für den Krankheitsfall.

Bei konkreten Fragen wenden Sie sich per Mail an mich oder schreiben sie einen Kommentar!

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